«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild
Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!
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Titel:
Geometrischer Grundriss von Forren
Beschreibung:
Landkarte des Grundbesitzes der Korporation Forren gezeichnet vom Bernhardzeller Geometer Johannes Feurer am 20. Oktober 1800. Rechts der Hauptbesitz in der Allmend Forren. Unten eine kleinere Liegenschaft im Gebiet des ehemaligen Schlachthauses (heute Werkhof des Bezirks Appenzell) betitelt mit "das Alment auf der Setren". Links unten die Stauden beim Bleichegut. Ursprünglich gehörte der Korporation Forren das ganze Bleichegelände bis zum Kanal, ehe Jakob Wyser auf der Bleiche 1628 "ein stuckh gmeinmerkh" hinter seinem Haus kaufte. Die zwei links oben eingezeichneten Bachläufe sind nicht weiter bekannt. Im Gegensatz zu Plänen aus dem Ancien Regime handelt es sich beim Forren-Plan um eine nach wissenschaftlichen Methoden gezeichnete Karte. Links unten gibt der Geometer den Massstab an: "Verjüngter Maas Stab von 60 Stangen oder Feld Ruothen, deren eine 10 geometrische Schuh und 4 gemeine Schritt aus macht". Ein Rute entspricht 3 Metern, der Massstab beträgt also rund 1:1000.
Der Plan ist betitelt mit "Geometrischer Grund Ris von der Gemeindt Forren dis ehmohligen Kanton Appentzell Innerroden". Tatsächlich bildete Innerrhoden in der Periode der Helvetischen Republik zusammen mit Ausserrhoden und dem nördlichen St. Gallen den Kanton Sämptis. Geometer Feurer zeichnete zur gleichen Zeit einen Plan des Gemeinmerks der Appenzeller Stiftung Ried. Es ist also wahrscheinlich, dass die Vermessungsarbeiten auf Drängen der helvetischen Behörden an die Hand genommen wurden. Beide Allmenden wurden auf Anweisung in einzelne kleine Brachen zur individuellen Nutzung aufgeteilt. Im Fall der Forren hat Geometer Feurer insgesamt 236 Anteile eingezeichnet. Ziel dieser Bestrebungen war - ganz im Sinne der französischen Revolution - die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung für möglichst breite Volksschichten.
