Zeitzeugnisse

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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild

«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
Wir laden Sie ein, in der Appenzeller Geschichte zu stöbern oder ganz gezielt nach Themen, Orten oder Jahren zu suchen.

Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!

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Das Hundwiler Doppelspiel  

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Titel:

Das Hundwiler Doppelspiel

Beschreibung:

Zum Neubau des Hundwiler Rathauses 1609 liessen «Hauptlüth Klein und grosse Räth Beeder Rooden Hundwyl» eine Ratsscheibe beider Rhoden mit den Wappen und den Namen der Ratsherren erstellen. Sie enthält die Wappen aller damals amtierenden Ratsherren. Während mit einer Ausnahme alle Wappen erhalten blieben, ging das ursprüngliche Zentralfeld verloren, und an seine Stelle wurde das Kantonswappen eingesetzt. In der obersten Reihe finden sich die Namen und Embleme der Hauptleute beider Rhoden: Einerseits das Lilienwappen von Hauptmann «H: Uli Schmid», der um 1600 wiederholt in öffentlichen Funktionen aufscheint. Anderseits das Wappen mit Kaufmannszeichen von Hauptmann Anthony Täler, der damals als oberster Richter dem Gassengericht vorstand. Prominent vertreten sind figürliche Darstellungen wie Mond, Stern, Schwert, Fisch oder Armbrust. Mehrmals tauchen Monogramme auf, darunter HB für Hans Bont oder VT für Uli Täller. Auch zur Kennzeichnung von Vieh und Gerätschaften übliche Bauernmarken fanden Verwendung, wie beispielsweise die letzten zwei Wappen zeigen. Mehrfach vertreten sind die Familiennamen Knöpfel, Schmid, Küng, Müller und Hug, die als Bürgergeschlechter bis heute in den Gemeinden Hundwil und Stein vertreten sind. Noch 1818, als die Wappen für Johann Caspar Zellwegers Fahnen- und Wappenbuch kopiert wurden, befand sich die Scheibe im Rathaus. Danach gelangte sie in englischen Privatbesitz. 1952 wurde sie vom Kanton aus einer Auktion angekauft und an den alten Standort zurückgegeben.
 

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