Zeitzeugnisse

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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild

«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
Wir laden Sie ein, in der Appenzeller Geschichte zu stöbern oder ganz gezielt nach Themen, Orten oder Jahren zu suchen.

Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!

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Das Land Appenzell der Innern- u. Aussern-Rooden  

Bild

Titel:

Das Land Appenzell der Innern- u. Aussern-Rooden

Beschreibung:

Kupferdruck, koloriert, Quermassstab ca. 1:120'000
Titelkartusche oben links: "Das Land Appenzell der Innern u. Aussern-Rooden, mit allem Fleis gezeichnet von Gabriel Walser, V.D.M."
Massstableiste und Legende unten rechts

Die Karte stammt aus Walsers Appenzeller Chronik aus dem Jahre 1740 und stellt die beiden Halbkantone Appenzells dar, wobei der südlich gelegene Alpstein am oberen, der Bodensee am unteren Kartenrand abgebildet wird (Karte gesüdet). Die Flüsse verlaufen daher buchstäblich auf der Karte abwärts, dazwischen sind Hügel und Waldgebiete nur schematisch mit einigen Tannen dargestellt. Die Gemeinden sind namentlich erwähnt, bis auf die Gemeinde Lutzenberg, die über keine Kirche verfügte, und die Gemeinde Stein, die erst 1749 kurz nach Fertigstellung der Karte als untere Rhode Hundwil zur Eigenständigkeit gelangte. Die Legende verweist auf sämtliche Kirchen und deklariert diese als entweder reformiert oder katholisch und erwähnt weiter Kapellen, Klöster und ehemalige Burgen. Das Appenzellerland als künftige Kurlandschaft kündigt sich mit dem Eintrag des Bades Schönenbühl in Wolfhalden und des Trogener Bades an der Goldach an. Letzteres wurde im 20. Jahrhundert grosszügig ausgebaut und - nach Unterbrüchen - bis zur Jahrtausendwende als "Trogener Strandbad" genutzt. Minuziös sind sämtliche Holzbrücken über fliessende Gewässer eingezeichnet, nicht aber die hin- bzw. weiterführenden Strassen. Ebenso finden sich sowohl für die Rebanpflanzungen im appenzellischen Vorderland entsprechende Symboleinträge als auch für Orte, "da vorzeiten Schlachten geschehen".

Interessant ist die Massstableiste, die im Gegensatz zu den trigonometrisch berechneten Dufourkarten der 1830er Jahre Marschzeiten als Distanzmessung angibt. Demnach belaufen sich die Masse des Kantons Appenzell Ausserrhoden in Ost-West-Richtung auf 10 ½ Stunden, jene in Nord-Süd-Richtung auf 6-7 Stunden. Hierbei weist Walser aber auf die besonders unwegsame Topographie des Alpsteins hin: "An einigen Orten ist das Land schmal, an andern breiter; sonderlich sind die Alpen von weitläufigem Bezirk, so dass wer sie durchwandern will, nicht nur ein, sondern mehrere Tage nötig hat".

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