Zeitzeugnisse

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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild

«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
Wir laden Sie ein, in der Appenzeller Geschichte zu stöbern oder ganz gezielt nach Themen, Orten oder Jahren zu suchen.

Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!

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Vergleich aus Herisau bezüglich Unterhaltspflicht von Zaun und Strasse  

Bild

Titel:

Vergleich aus Herisau bezüglich Unterhaltspflicht von Zaun und Strasse

Beschreibung:

Das Dokument besteht aus einem in der Mitte gefalteten Doppelblatt mit vier beschreibbaren Seiten. Zwei davon, die Seiten 2 und 4, sind leer. Auf der Vorderseite, der Seite 1, stehen ein Titel und die Signatur; die Faltung ist gut ersichtlich. Das Dokument wurde unter der Signatur S. Litt. S. (Sub Littera S = unter dem Buchstaben S) Nro. 609/Nro.616 in einem Archiv, vermutlich im Gemeindearchiv Herisau, aufbewahrt. Heute befindet es sich in Privatbesitz. Im Titel wird der Inhalt des Dokuments genannt. Es handelt sich um einen "Vergleich", ein Rechtsbegriff, der für "Vertrag" steht. Wörtlich steht auf Seite 1: "Vergleich Hildbrand Zuberbühler oder dermahlen Johannes Erbahr, an der Hueb, Eines, und seinem Nachbarn Bartlime Strickers, anderen theils, belangende wegen Haggens, und der Landstrass!"

Auf Seite 3 des Dokuments ist der Sachverhalt in Textform genau ausgeführt. Das Papier wurde auf Wunsch von Bartlime Stricker aufgesetzt, und zwar durch Johannes Ehrbar, der gemäss Norm den Text mit den Worten "Ich Johannes Erbahr" einleitet. Der Text hält Abmachungen fest bezüglich Unterhaltspflicht eines fahrbaren Wegs und eines Lattenzauns entlang dieses Wegs in der Hueb, einem Weiler in der Gemeinde Herisau. Die Abmachungen waren 12 Jahre vor der Aufsetzung und Unterzeichnung des Papiers zwischen den beiden Eigentümern von Boden oberhalb (Hildbrand Zuberbühler) und unterhalb der erwähnten Strasse (Bartlime Stricker) getroffen worden, und zwar "freund-nachbarlich". Nachdem ein Besitzerwechsel erfolgt war, das heisst, das Gut oberhalb der Landstrasse und des Zaunes an den Schwiegersohn des vorherigen Besitzers, Johannes Erbahr, übergegangen war, wurde die 12 Jahre vorher getroffene Übereinkunft zwischen dem verstorbenen Schwiegervater Hildbrand Zuberbühler und dessen Nachbarn Bartlime Stricker von Herisau schriftlich erneuert und durch eine Drittperson, einen Amtsmann, beglaubigt. Hildbrand Zuberbühler und Bartlime Stricker hatten sich in freundschaftlichem Einverständnis geeinigt, dass Zuberbühler den Hag entlang der Strasse Richtung Westen und die Strasse selbst bis zur Grenze von Strickers Gut, auf eigene Kosten unterhalten würde. Die Gültigkeitsdauer dieser Abmachung sollte auf die Nachkommen übertragen werden. Alt Landammann und Amtspannerherr Hans Ulrich Scheuss beglaubigte die nach Zuberbühlers Tod auf dessen Schwiegersohn übertragenen Pflichten am 9. Mai 1758 mit Siegel und Brief. Das Papiersiegel weist Wurmfrass auf.

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